Wichtiger Schritt in Richtung Bezirksliga-Aufstieg
Heute muss ich mal ein wenig ausholen. Der FC Land Wursten streitet sich seit Jahren mit dem RW Cuxhaven um die Vorherrschaft im Fußballkreis Cuxhaven. Die Spieler der 99ers haben so häufig schon unglücklich “den Kürzeren” gezogen. Heute hat sich endlich mal das Blatt gewendet. Die 99ers siegen auf des Gegners Platz, der Kampfbahn in der Hermann-Allmers-Straße verdient mit 2:1.
Mit Beginn des Spiels machten die 99ers klar, heute wollten sie sich nicht so abschlachten lassen, wie in der letzten Saison, wo sie mit 7:1 unter die Räder gekommen waren. Allerdings stellten sie in der Abwehr auch etwas um. Nachdem der gefährliche Stürmer Tuofan (oder so ähnlich) die 99ers noch im letzten Spiel quasi im Alleingang abgeschossen hatte, bekam er heute einen Spezialbewacher: Jonny Brockmann.
Soviel sei vorweg zu nehmen – Jonny zeigte eine Weltklasseleistung. Er nahm Tufan Kürkan (fast) komplett aus dem Spiel. Ich würde mal wetten, dass Tufan, der Gerüchten zu Folge in der Winterpause zu Werder Bremen wechselt, einige Nächte von Jonny träumen wird. Und das Beste war, das Jonny nahezu foulfrei spielte er war einfach Rektionsschneller und besser eingestellt.
Nun aber zum Spiel. In der ersten Halbzeit ließen beide Teams keine großen Torchancen zu. Beide Abwehrreihen machten einen starken Job. Viel spielte sich allerdings in der Hälfte der 99ers ab, die sich nicht so richtig befreien konnten. In der 23. Minute tauchte überraschend ein RW-Stürmer vor Keeper Niklas Nowodworski auf. Er wollte den Ball um den 99ers-Keeper schlenzen, doch blitzartig tauchte Niklas ab und lenkte den Ball gerade noch an den Pfosten.
Insgesamt funktionierte bei den 99ers die Abseitsfalle ausgezeichnet. Gefühlt tappten die Cuxhavener 10 Mal allein in der ersten Halbzeit in die Falle. Hier sei das exzellente Schiedsrichter-Gespann erwähnt. Sie führten das Spiel ausgezeichnet und nahmen unnötige Emotionen aus dem Spiel. Großes Kompliment für diese Leistung!
Bis zur Halbzeit blieb es beim 0:0. Auch wenn RW etwas feldüberlegen war, ging das Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt absolut in Ordnung.
Die zweite Halbzeit begannen die 99ers deutlich aggressiver. Sie setzen die Cuxhavener jetzt früher unter Druck und gewannen die Zweikämpfe. Doch eine echte Torchance wollte sich noch nicht zeigen.
In der 46. Minute nahmen die 99ers für ein paar Sekunden eine Auszeit. Etwas träge versuchten sie noch eine Mauer zu einem RW-Freistoß zu stellen, während diese gedankenschneller schon ausführten. Der Ball trudelte nahe des 99ers Fünfmeterraumes, ohne dass einer versuchte, zu klären. Der sonst blasse Tufan Kürkan schalte am schnellsten und schob locker zum 1:0 ein. Diese Führung war zu diesem Zeitpunkt unverdient, denn die 99ers waren die spielbestimmende Mannschaft.
Doch das Gegentor löste noch mehr Kampfgeist und Laufbereitschaft bei der 99ers aus. Nur fünf Minuten nach dem Rückstand wurde Diogo Barroqueiro in der Nähe des 16ers angespielt. Er setzte sich gegen seine Gegenspieler – er wurde auch permanent gedoppelt, teilweise sogar getrippelt (heißt das so?) – durch und zog aus 17 Metern ab. Der RW-Keeper konnte nicht mehr an den immer länger werdenden Ball kommen und so glichen die 99ers verdient zum 1:1 aus.
Das verleihte einen neuerlicher Schub. In der 60. Minute wurde erneut Diogo Barroqueiro in ein Sprintduell geschickt. Der zündete seinen Turbo und ließ seine Doppelbewachung, übrigens zumindest einer davon gilt als “Riesentalent” im DFB-Stützpunkt, einfach stehen und lief allein auf den RW-Keeper zu. Den ließ er vollkommen chancenlos und schoß sehenwert zum verdienten 1:2 ein. Nun wankte die Holztribüne des alten Kampfbahn-Stadions. Die zahlreichen 99ers-Fans tobten vor Freude wie Kinder, die ihr erstes Weihnachtsgeschenk bekommen haben.
Nun wurde Rot-Weiß wieder etwas aggressiver, doch die 99ers hielten gut dagegen. In der 67. Minute tauchte Steffen Weigelt nach einer tollen Kombination allein vor dem RW-Keeper auf, der aber gut parrieren konnte.
In der 70. Spielminute musste der gute Unparteiische Cuxhaven noch einen Freistoß zusprechen. Torentfernung etwa 20 Meter. Die Flanke kommt, doch die 99ers können klären. Doch was war das? Ein Pfiff. Der Schlußpfiff? Jubel! Nein, doch nicht. Der Freistoß musste wiederholt werden – warum auch immer. Wieder kam die Flanke gut rein. Diesmal konnten die 99ers nicht klären. Eine Fußspitze der Rot-Weißen kam an den Ball, der in das 99ers-Tor fiel. Wieder in letzter Sekunde gescheitert? ….
Nein! Der Assistent an der Außenlinie hielt eisern seine Fahne in den kalten Cuxhavener Nachthimmel. Er hatte eine Abseitsstellung des Torschützen gesehen. Daher entschied der Schiedsrichter auf Freistoß. Die Cuxhavener hatten das gar nicht mitbekommen. Sie jubelten noch über das Tor. Danach waren sie außer sich.
Die 99ers spielten den Ball noch mal nach vorne, dann war das Spiel aus. Spieler, Trainer und Fans stürmten aufs Feld und fielen sich in die Arme. Endlich den Langzeitkonkurrenten geschlagen. Und das auch noch verdient. Und das auch noch in einem so wichtigen Spiel. Das erste Spiel um die Herbstmeisterschaft, die zum Aufstieg in die Bezirksliga berechtigt. Die Fans skandierten “So sehen Sieger aus. Schalalalaaa” und machten die LaOla. Ein toller Event, außer für die Cuxhavener.
Neben dem bereits erwähnten Jonny Brockmann muss man auch Diogo Barroqueiro und Lennart Jantzen hervorheben. Auch wenn aller 99ers eine hervorragende Leistung boten, die drei stachen heraus. Ebenso erwähneswert war die Leistung von Justin Wiegand. Trotz sehr schmerzhafter Verletzung zeigte er eine ordentliche Leistung und hielt bis zur Mitte der zweiten Halbzeit durch. Auch wenn Justin weitestgehend unauffällig spielte, ist er enorm wichtig für das 99ers-Spiel. Sowohl in der Defensive als auch im Spielaufbau.
Erschreckend waren die sehr unflätigen Äußerungen einiger RW-Abwehrspieler (auch hier handelte es sich um DFB-Stützpunktspieler). Hier sollten die DFB-Stützpunkttrainer Gerald Gerber und Thorsten Holz dringend an dem Benehmen ihrer Spieler arbeiten. So sind sie kein Vorbild für andere Fußballer! Von den Cuxhavener Trainern kann man solche Maßnahmen nicht erwarten. Sie zeichneten sich ebenfalls durch ungebührliches Verhalten gegenüber ihrer Spieler und des Schiedsrichtergespannes aus. Wie man hört, wurde noch auf dem Platz eine Strafe gegen einen RW-Offiziellen in Höhe von 150 Euro ausgesprochen. Unglaublich!
Für die 99ers geht es am Dienstag, 6. Dezember um 18:30 Uhr auf eigenem Platz in Dorum weiter. Dort empfangen sie die SG Beverstedt zum alles entscheidenden Spiel um die Herbstmeisterschaft. Im Falle eines Sieges sind sie nicht nur Herbstmeister, sondern spielen im Jahr 2012 in der Bezirksliga. Wer hätte das gedacht, als es im Sommer hieß: Die 99ers spielen als U13-Mannschaft in der U14-Liga. Sensationelle Leistung!
Kommt alle zum Finale um die Herbstmeisterschaft!!!
Nils Katarius

Glückwunsch zum Sieg und alles Gute für das nächste Spiel !
Vielen Dank im Namen des Teams
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